das phaidra projekt

Premiere: 16.09.2001

Hugo, ein junger Schauspieler, lebt in einem Wohlstandsland der nahen Zukunft. Die Familienverhältnisse im Hause sind gebrochen: sein Vater, ein erfolgreicher Politiker, war zeitlebens von seinem Sohn losgelöst, und Hugos Stiefmutter ist eine langsam alternde Schönheit aus der Unterhaltungswelt. Für seine erste, große Rolle an einem wichtigen Theater spielt er den Hypploytos in Racines Tragödie Phaidra. Doch schon in einer der ersten Proben fällt ihm eine seltsame Verwandtschaft zwischen dem Stück und seinem eigenen Leben auf. Hugo verdächtigt seine Adoptivmutter Perle, mit seiner Freundin Sara eifersüchtig um seine Aufmerksamkeit zu kämpfen. Auch lebt seine ganz Umgebung, genau wie er selber, in einer High Society der Wichtigen und Berühmten, für welche der Schein immer vom Sein getrennt werden muss. Das stört ihn nicht wenig und versetzt ihn in äußerste Unsicherheit. In einer Welt, die mit virtueller Realität, Medienverzerrung, und kommerziellen Werbebildern überflutet ist, verliert Hugo seine geistige Orientierung und kann bald nicht mehr zwischen seiner eigenen Erfahrung und Fremdinterpretation unterscheiden – Theaterrealität und persönliche Erfahrung verketten sich immer mehr. In seiner Suche nach ehrlichem Ausdruck und einer starken Integrität bleibt ihm am Ende nichts als der Tragödie, die ihm zustößt, ihren Lauf zu lassen…  
 
Das Phaidra Projekt ist ein kurzes Stück, das verdeutlichen soll, wieviel Macht mediale Bilder, und die Bilder der Kunst, auf unser tägliches Leben und unsere Vorstellung von den Dingen ausüben. Gleichzeitig wird die Frage ausgelotet, ob es von Vorteil ist, der Macht der Bilder und Interpretationen entkommen zu wollen. Besonders im Falle persönlicher Tragödien werden diese gewohnten und assimilierten Bilder und Auffassungen aufgebrochen: Konzepte wie Leben, Tod, Liebe und Wahrheit stehen auf einmal in ihrer widersprüchlichen Ganzheit und und Komplexität vor dem leidenden Menschen und wollen wirklich erfahren werden. Ihre gesellschaftliche Konventionalität und profitorientierte Darstellung in den Medien bröckeln, und die Situation verlangt nach authentischer Verarbeitung, soll die Verwirrung nicht absolute Überhand nehmen.  
 
Unter einem psychologisch orientierten Gesichtspunkt beschäftigt sich das Stück mit einer Jugend der gehobenen Mittelklasse, welche die Arbeitsmoral ihrer Eltern durch eine konsumfreudige Genussmentalität ersetzt hat, und sich insgeheim nach Aufrichtigkeit und Sinngebung sehnt. Die Probenmethode, welche bei das Phaidra Projekt angewandt wurde, vermischt Ansätze sowohl aus Bewegungstheater als auch gesellschaftskritischem Texttheater. Dabei wurden Text und Inszenierung in den Proben gleichzeitig und so symbiotisch wie möglich entwickelt. Zum Stück wird auch eine CD erscheinen: sie enthält die Bühnenmusik, welche von moussevingt geschrieben und aufgenommen wurde. Der Tonträger wird, genauso wie ein kunstvolles Programmheft, an der Kasse erhältlich sein.  
 
Schauspieler: Vincent Artuso, Claire Thill, Florence Gerges, Marc Rollinger, Claude Faber Bühnenbau: Ro Hilger, Ralph Krips Musik: moussevingt Produktion: Jérôme Netgen, Stéphane Tock, Marc Baum, Marc Rollinger Design: The’d Johanns Photographie: Max Lamesch Text: Marc Clement, Marc Rollinger Regie: Marc Clement  
 
 
 

«   December '18   »

Sun Mon Tue Wed Thu Fri Sat
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Dates & Venue

24.09.01, 20h00 Kulturfabirk Esch
23.09.01, 20h00 Kulturfabirk Esch
22.09.01, 20h00 Kulturfabirk Esch
21.09.01, 20h00 Kulturfabrik Esch
18.09.01, 20h00 Kulturfabrik Esch
16.09.01, 20h00 Kulturfabrik Esch

Downloads

Reviews

phaidra projekt woxx (jpg, 1120 Kb)
phaidra projekt revue (JPG, 906 Kb)
phaidra project tb (JPG, 1178 Kb)